Preisverleihung in der Zittauer Klosterkirche am 19.10.2014

Preisverleihung im Rahmen der Gedenkveranstaltung 25 Jahre Friedliche Revolution in Zittau

Die Umweltbibliothek Großhennersdorf ist mit Ihrer mutigen Gründung 1986 eine der ersten Initiativen dieser Art, in der DDR, die leideroft eine geistig enge und begrenzten Welt war.Sie stellte sich den Anspruch aus dem Raum der Kirche herauszutreten und in der Gesellschaft öffentlich zu wirken.

In dem Begriff „Umwelt“ war dabei neben der ökologischen Situation mit dem Konflikt von Energiegewinnung und Landschaftsinanspruchnahme in der Lausitz, ausdrücklich die der menschlichen Umweltgestaltung in dem gesellschaftlichen Zusammenleben enthalten.

Damit ist die Aktivität der Umweltbibliothek schon immer eine im umfassenden Sinne politische Tätigkeit und kein spezielles Thema.

Daraus ergab und ergibt sich unmittelbar der starke Impuls eines bürgerrechtlichen Engagements.

Insofern waren die dort Versammelten nie „harmlos“ sondern gingen immer „auf´s Ganze“.

Dieses Verständnis führte sie zum Handeln. Das verbindet die dort aktiven Personen vor 1989, natürlich im Herbst 89 und danach, bis zum heutigen Tag, in unterschiedlicher Weise.

Die Umweltbibliothek als Kompetenzzentrum Ost-Mitteleuropa wird hier als Ort der Vermittlung eines Verstehens der nahen und etwas entfernteren östlichen Nachbarn begriffen. Das dieses Not tut und zu eher wenig geschieht, ist in der Zeit von Krimkrise, und den Konflikten in der Ukraine, Russland und Weißrussland wohl offenbar.

Dieses Engagement an diesem Ort zu würdigen ist ein vornehmes Ziel dieser Auszeichnung „Politischer Ort in Sachsen.“

Die Gedenkstätte Großschweidnitz ist als e.V. eine noch junge Initiative.

Ein würdiges Erinnern und Aufklären über die Opfer und Umstände der Euthanasie in dieser Region der Oberlausitz ist hingegen keine Neuigkeit.

Über viele Jahre hinweg ist zum Beispiel Katharinenhof in Großhennersdorf, der Diakonischen Behinderteneinrichtung, an die Verbrechen an den Schwachen und hilfebedürftigen in der Zeit des Nationalsozialismus, erinnert worden.

Der konkrete Ort der jetzigen Gedenkstätte in Großschweidnitz wurde dabei mit bedacht. Die Errichtung eines Gedenkortes und die Aufarbeitung der persönlichen Lebenswege von Opfern, Tätern und Helfern, hat jedoch erst in jüngerer Zeit durch die Initiative in dem Verein, Gestalt angenommen.

Unter den Stichworten erinnern, bewahren, gedenken wurde dort  ein angemessener Umgang mit dem authentischen Ort verbunden,der es Wert ist, unterstützt zu werden. Darin waren sich die Vertreter der Jury aus dem Landkreis, dem Kuratorium der Landeszentrale und der SLpB selbst, schnell einig.

Schon hierbei den Begriff „WERT“zu benutzen führt sofort in die Auseinandersetzung um Wertes und Unwertes.

Diese Zuschreibung  auf die der menschlichen Existenz zu beziehen, zeigte in der Euthanasie eine Anmaßung die dann bis auf Tod und Leben ging.

Hier lohnt es sich den Pädagogen Adolf Reichwein, einem aus dem Kreisauer Kreis,  zu zitieren:

„Wert und Wirksamkeit einer jeden Erziehungsgemeinschaft sind untrüglich am Stand ihrer Sorgenkinder abzulesen“.

Das auf die gesamte Gesellschaft zu beziehen und ihren ethischen Stand am Umgang mit den Schwachen und Hilfebedürftigen abzulesen, ist eine Herausforderung die bis heute nichts an Aktualität eingebüßt hat.

Diesen Zusammenhang wird uns das Wirken des hier ausgezeichneten Politischen Ortes in Sachsen eindringlich vor Augen halten.

Links zu den Preisträgern 2014

www.gedenkstaette-grossschweidnitz.org

 

 

www.umweltbibliothek.org