Informationen

Sächsische Landeszentrale für politische Bildung
Stefan Zinnow
Schützenhofstraße 36, 01129 Dresden, stefan.zinnow@remove-this.slpb. smk.sachsen.de,
Tel.: 0351 85318-22, Fax.: 0351 85318-55 

Politik ist überall

Politisch wird es, wenn Menschen Regeln für ihr öffentliches Zusammenleben aushandeln. Das geschieht nicht nur in Brüssel, Berlin oder Dresden. Auch die Lausitz, das Elbland, das Vogtland oder das Erzgebirge sind und waren Schauplätze politischer Ereignisse. An manchen Orten nahmen Menschen ihr Schicksal selbst in die Hand, schlossen oder brachen den Frieden, schrieben Verfassungen, gründeten eine Volksbücherei, wurden verfolgt oder vor Verfolgung geschützt…

Die Gewinner im Wettbewerb „Politische Orte in Sachsen" für 2018 stehen fest.

Die Preise gehen in drei sächsische Landkreise und ein Sonderpreis nach Ostritz.

Die Sächsische Landeszentrale für politische Bildung zeichnet im Wettbewerb „Politische Orte in Sachsen“ 2018 im Vogtlandkreis den Freundes- und Förderkreis Julius-Mosen-Gymnasium Oelsnitz (Vogtl.) e.V. aus. Von den Vereinsmitgliedern gehen eine Vielzahl von Initiativen mit Schülerinnen und Schülern aus, welche die ehemalige Grenzregion zwischen Ost- und West im Sinne der historisch-politischen Bildung als Thema gestaltet.

Ausgezeichnet im Landkreis Zwickau wird der Verein: Alter Gasometer e.V. in Zwickau und das dort befindliche Koordinierungsbüro Demokratie und Toleranz der Zwickauer Region.

Im Landkreis Sächsische Schweiz – Osterzgebirge erhält der Kurort Gohrisch als Ort des „Gohrischer Entwurfs“ zur Sächsischen Landesverfassung die Ehrung.

Im gleichen Landkreis sind Preisträger: die Aktion Zivilcourage e.V., ein weit über Pirnas Stadtgrenzen hinaus tätiger Verein und das Begegnungszentrum zur Förderung der Akzeptanz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt im Landkreis Sächsische Schweiz – Osterzgebirge mit seinem Träger dem CSD Pirna e.V. Beide Vereine setzen sich für Toleranz und Vielfalt auf dem Marktplatz ein und setzen durch Ihre Tätigkeit ein Zeichen für liberale und plurale Demokratie. Die mit dem Preis verbundene Prämie wird auf beide letztgenannten Preisträger aufgeteilt.

Ein Sonderpreis als „Politischer Ort in Sachsen“ wird der Initiative Ostritzer Friedensfest „Zeichen setzen – Hinsehen – Handeln“, zuerkannt. Am 20.- 22. April 2018 und aus aktuellem Anlass wiederholt vom 2.- 4. November 2018 veranstaltet die Initiative ein Friedensfest mit einer Vielzahl von Partnern  auf dem Ostritzer Marktplatz. Ziel ist es dabei, den Platz nicht Feiernden mit offensichtlich ausländerfeindlicher und nationalistischer  Ausrichtung zu überlassen. Demokratie ermöglicht Vielfalt und im Grundsatz einen verfahrensgerechten Interessenausgleich auf gewaltfreie Weise. Das soll durch die inhaltliche Ausgestaltung des Festes und Einbindung vieler Partner aus der Mitte der Gesellschaft der Stadt Ostritz und regionalen Partnern sichtbar werden. Der Preis geht an die Organisatoren des Internationalen Begegnungszentrums (IBZ) Sankt Marienthal das seinen Sitz im Kloster in Ostritz hat, stellvertretend für alle Mitwirkenden der Ostritzer Initiative einschließlich der Stadtverwaltung und Ihrer Bürgermeisterin.

Zentrale Entscheidungskriterien für die ausgewählten Orte, die sich mit Ihrem Angebot im Rahmen des Wettbewerbs eigenständig und termingerecht beworben haben, sind die dort geleistete politische und ehrenamtliche Bildungsarbeit und die besondere Form einer historisch-politischen Bildung.

Überreicht werden die Preise an den Politischen Orten, die den Wettbewerb gewonnen haben nach der Abstimmung mit den Preisträgern. Die Termine stehen noch nicht fest. Wir werden informieren.


(Pressemitteilung als PDF)

Politische Orte in Sachsen

Auch in der Gegenwart finden sich zahlreiche Orte, wo sich Menschen politisch beteiligen oder sich mit politisch-historischer Bildung befassen. Solche Politischen Orte sucht die Sächsische Landeszentrale für politische Bildung.

Warum Politische Orte?

Politische Beteiligung ist in der Demokratie wesentlich. Jeder Bürger kann mitgestalten. Dem dient die politische Bildung. Sie zeigt Möglichkeiten auf, fördert Kompetenzen und motiviert zur Beteiligung. In allen sächsischen Landkreisen wird die Landeszentrale jeweils zwei Politische Orte auswählen und sie bei ihrer Arbeit unterstützen. 2018 suchen wir in den Landkreisen Sächsische Schweiz - Osterzgebirge und dem Vogtlandkreis und dem Landkreis Zwickau Politische Orte. Die Landeszentrale prämiert in jedem Landkreis 2 ausgewählte Politische Orte mit je 2.000 € und vereinbart eine dreijährige Kooperation bei gemeinsamen Veranstaltungen und Projekten.

Kriterien für Politische Orte

Nach diesen Kriterien wird die Jury die Politischen Orte 2018 auswählen:

  • Der Ort liegt im Landkreis Sächsische Schweiz - Osterzgebirge, Vogtland oder Zwickau.
  • Der Ort hat eine herausragende politische und/oder historische Bedeutung.
  • Der Ort ist für die politische Bildung im Freistaat Sachsen geeignet.
  • Der Ort spiegelt einen Aspekt sächsischer und / oder sorbischer Geschichte wieder.
  • Der Ort lädt zur Diskussion über seine Bedeutung und Botschaft ein.
  • Der Ort bietet Identifikationspotential mit Sachsen.
  • Der Ort regt Menschen an, Verantwortung für ihr gesellschaftliches Umfeld zu übernehmen.
  • Am Ort wird politische Bildungsarbeit geleistet.
  • Am Ort sind Initiativen oder Vereine ehrenamtlich aktiv.
  • Die Akteure agieren im Sinne der freiheitlichen demokratischen Grundordnung

Der Weg zum Politischen Ort

Jedes Jahr sucht die Landeszentrale in einem anderen Landkreis Politische Orte und prämiert jeweils zwei. Die bisherigen Preisträger sind auf den weiteren Seiten dieses Internetauftritts detailreich beschrieben.

Auf die weitere Suche gehen wir in alphabetischer Reihenfolge der Landkreise. 2017 wurden Politische Orte im Landkreis Nordsachsen gesucht. Bewerben konnten sich Initiativen, Vereine und Institutionen - Menschen, die sich um einen Politischen Ort kümmern. Die Jury besteht aus Vertretern der Sächsischen Landeszentrale, des teilnehmenden Landratsämter und des für die SLpB zuständigen Kuratoriums.

Wo Politik "gemacht" wird

Ein Gespräch mit Projektleiter Stefan Zinnow

Was sind Politische Orte?

Stefan Zinnow: Wo Politik geschieht oder ihren Ausgang nimmt. An einem konkreten Ort. Politik wird aber von Menschen „gemacht“. So suchen wir historische oder aktuelle Orte politischer Ereignisse und wir wollen Menschen finden, die an diesen Orten aktiv sind.

Warum interessiert sich die SLpb für Politische Orte?

Stefan Zinnow: Sachsens Geschichte bietet eine reiche Fülle geschichtlicher Ereignisse, die zur Identifikation mit konkreten Orten einladen. Wir wollen anregen, diese Politischen Orte kennenzulernen und sich mit ihnen auseinanderzusetzen. Und nicht zuletzt ist es eine Freude auf lebendige Orte zu treffen, wo sich Menschen engagieren. Diese Menschen und ihre Arbeit wollen wir unterstützen.

Warum sollten Politische Orte an dem Wettbewerb teilnehmen?

Stefan Zinnow: Erstens, es gibt etwas zu gewinnen: Aufmerksamkeit, Anerkennung, eine Verpflichtung der Landeszentrale zur mehrjährigen Zusammenarbeit und eine Prämie von 2.000 €, mit welcher die Bildungsarbeit finanziell unterstützt wird. Zum anderen ist es gut, Partner zu haben. So gelingen größere Werke und die Mühe wird auf mehrere Schultern verteilt. Auch wir als Landeszentrale haben etwas von dem Wettbewerb. Wir finden hoffentlich interessante Politische Orte und neue Partner in den sächsischen Regionen, mit denen wir noch nicht zusammengearbeitet haben.

Projektleiter Stefan Zinnow