Informationen

Sächsische Landeszentrale für politische Bildung
Stefan Zinnow
Schützenhofstraße 36, 01129 Dresden, stefan.zinnow@remove-this.slpb. smk.sachsen.de,
Tel.: 0351 85318-22, Fax.: 0351 85318-55 

Politik ist überall

Politisch wird es, wenn Menschen Regeln für ihr öffentliches Zusammenleben aushandeln. Das geschieht nicht nur in Brüssel, Berlin oder Dresden. Auch die Lausitz, das Elbland, das Vogtland oder das Erzgebirge sind und waren Schauplätze politischer Ereignisse. An manchen Orten nahmen Menschen ihr Schicksal selbst in die Hand, schlossen oder brachen den Frieden, schrieben Verfassungen, gründeten eine Volksbücherei, wurden verfolgt oder vor Verfolgung geschützt…

Die Preisträger im Landkreis Mittelsachsen stehen fest

Zum Politischen Ort 2016 wurde das ost-west-forum Gut Gödelitz e.V. und das Jugendparlament in der Großen Kreisstadt Brand-Erbisdorf gewählt.
(Pressemitteilung als PDF)

Politische Orte in Sachsen

Auch in der Gegenwart finden sich zahlreiche Orte, wo sich Menschen politisch beteiligen oder sich mit politisch-historischer Bildung befassen. Solche Politischen Orte sucht die Sächsische Landeszentrale für politische Bildung.

Warum Politische Orte?

Politische Beteiligung ist in der Demokratie wesentlich. Jeder Bürger kann mitgestalten. Dem dient die politische Bildung. Sie zeigt Möglichkeiten auf, fördert Kompetenzen und motiviert zur Beteiligung. In allen sächsischen Landkreisen wird die Landeszentrale jeweils zwei Politische Orte auswählen und sie bei ihrer Arbeit unterstützen. 2016 suchten wir im Landkreis Mittelsachsen Politische Orte. Die Landeszentrale prämiert 2 ausgewählte Politische Orte mit je 2.000 € und vereinbart eine dreijährige Kooperation bei gemeinsamen Veranstaltungen und Projekten.

Kriterien für Politische Orte

Nach diesen Kriterien hat die Jury die Politischen Orte 2016 auswählt:

  • Der Ort liegt im Landkreis Mittelsachsen.
  • Der Ort hat eine herausragende politische und/oder historische Bedeutung.
  • Der Ort ist für die politische Bildung im Freistaat Sachsen geeignet.
  • Der Ort spiegelt einen Aspekt sächsischer Geschichte wieder.
  • Der Ort lädt zur Diskussion über seine Bedeutung und Botschaft ein.
  • Der Ort bietet Identifikationspotential mit Sachsen.
  • Der Ort regt Menschen an, Verantwortung für ihr gesellschaftliches Umfeld zu übernehmen.
  • Am Ort wird politische Bildungsarbeit geleistet.
  • Am Ort sind Initiativen oder Vereine ehrenamtlich aktiv.
  • Die Akteure agieren im Sinne der freiheitlichen demokratischen Grundordnung

Der Weg zum Politischen Ort

Jedes Jahr sucht die Landeszentrale in einem anderen Landkreis Politische Orte und prämiert jeweils zwei. 2011 waren es im Landkreis Meissen die Karl-Preusker-Bücherei in Großenhain und die Friedenskirche in Radebeul. 2012 wurden im Landkreis Bautzen das Gründungshaus der DOMOWINA in Hoyerswerda und das Gewerkschaftshaus Bautzen prämiert. Die politischen Orte des Jahres 2013 im Erzgebirgskreis waren: der Förderverein Gedenkstätte Stollberg - Frauenhaftanstalt Hoheneck e.V. aus Stollberg und die Magister George Körner Gesellschaft e.V. aus Bockau. 2014 wurden im Landkreis Görlitz die Gedenkstätte Großschweidnitz und die Umweltbibliothek Großhennersdorf prämiert.

Auf die weitere Suche gehen wir in alphabetischer Reihenfolge der Landkreise. 2016 wurden  Politische Orte im Landkreis Mittelsachsen gesucht. Bewerben konnten sich Initiativen, Vereine und Institutionen - Menschen, die sich um einen Politischen Ort kümmern. Die Jury besteht aus Vertretern der Sächsischen Landeszentrale, des Landratsamtes Leipzig und des für die SLpB zuständigen Kuratoriums.

Wo Politik "gemacht" wird

Ein Gespräch mit Projektleiter Stefan Zinnow

Was sind Politische Orte?

Stefan Zinnow: Wo Politik geschieht oder ihren Ausgang nimmt. An einem konkreten Ort. Politik wird aber von Menschen „gemacht“. So suchen wir historische oder aktuelle Orte politischer Ereignisse und wir wollen Menschen finden, die an diesen Orten aktiv sind.

Warum interessiert sich die SLpb für Politische Orte?

Stefan Zinnow: Sachsens Geschichte bietet eine reiche Fülle geschichtlicher Ereignisse, die zur Identifikation mit konkreten Orten einladen. Wir wollen anregen, diese Politischen Orte kennenzulernen und sich mit ihnen auseinanderzusetzen. Und nicht zuletzt ist es eine Freude auf lebendige Orte zu treffen, wo sich Menschen engagieren. Diese Menschen und ihre Arbeit wollen wir unterstützen.

Warum sollten Politische Orte an dem Wettbewerb teilnehmen?

Stefan Zinnow: Erstens, es gibt etwas zu gewinnen: Aufmerksamkeit, Anerkennung, eine Verpflichtung der Landeszentrale zur mehrjährigen Zusammenarbeit und eine Prämie von 2.000 €, mit welcher die Bildungsarbeit finanziell unterstützt wird. Zum anderen ist es gut, Partner zu haben. So gelingen größere Werke und die Mühe wird auf mehrere Schultern verteilt. Auch wir als Landeszentrale haben etwas von dem Wettbewerb. Wir finden hoffentlich interessante Politische Orte und neue Partner in den sächsischen Regionen, mit denen wir noch nicht zusammengearbeitet haben.

Projektleiter Stefan Zinnow